WIRED berichtete 2018, dass in Chicagos mehrstöckigen Innenstadtstraßen wie dem Lower Wacker die GPS-Signale abreißen. Der Waze-Ingenieur Gil Disatnik begann das Projekt 2014 in Boston, nachdem er sich zweimal beim Verlassen eines Tunnels verfahren hatte. Seine erste Idee, WLAN-Zugangspunkte, scheiterte, weil fahrende Autos sich nicht mit WLAN verbinden. Er wechselte zu Beacons, die Googles Eddystone-Format aussenden und jeweils etwa zehnmal pro Sekunde bestimmte Koordinaten übertragen, sodass jedes Gerät sich selbst orten kann.
Mit einem Beacon etwa alle 130 Fuß kostet die Installation rund 1.100 US-Dollar pro Meile. Die Chicagoer Park-App SpotHero, die es leid war, Kunden beim Technik-Support zu helfen, die sich auf dem Weg zu Tiefgaragen verfuhren, kaufte 500 Beacons und übergab sie dem Chicago Department of Transportation zur Installation. Chicago war schwieriger als Bostons einfache Tunnel: Straßen machen Kurven, einige Abschnitte sind halboffen, sodass einige Beacons auf Dächern oder Masten angebracht wurden, und Beacons können keine Höhe erfassen, weshalb Waze auf beacon-spezifische Identifikation und bestmögliche Schätzungen angewiesen war, um zu bestimmen, auf welcher Ebene sich ein Fahrer befindet.
Das fehlende Satellitensignal wird durch billige, an Wänden montierte Beacons ersetzt, die Koordinaten aussenden – finanziert von einem Unternehmen, das von verirrten Fahrern profitiert.
GPS benötigt Sichtverbindung zu Satelliten, die Tunnel und doppelstöckige Straßen nehmen.
Beacons sind pro Meile billig und nutzen einen offenen Signalstandard, sodass auch andere Apps sie verwenden können.
SpotHero profitiert, wenn Fahrer die Garagen erreichen, und verliert Support-Zeit, wenn sie sich verfahren, was dem Unternehmen einen Grund gibt zu zahlen.
Die Stadt profitiert, weil verirrte Fahrer den Verkehr aufhalten, während sie sich orientieren, so ein Sprecher des Verkehrsministeriums.
Wenn eine Lücke in der gemeinsamen Infrastruktur dem Geschäft eines Partners schadet, lass diesen Partner die Lösung kaufen und die Stadt sie installieren.
Stand September 2018 waren die mehrstöckigen Straßen mit den Beacons gespickt, und der Artikel besagt, dass es weitgehend funktioniert. Waze-Beacons gab es bereits in Pittsburgh, eine weitere große US-Stadt stand aus. Ein ehemaliger Chicagoer Verkehrsbeauftragter nannte es eine hochwertige, kostengünstige Umsetzung. Nicht jede untere Straße wurde ausgestattet, und der Artikel nennt keine gemessene Verringerung verirrter Fahrer.
DEN BELEGEN FOLGEN
Die Quellen
- Waze Lights the Beacons to Guide Drivers Through Chicago's Tangled Streets WIRED · wired.com ·