Verkehrsbehörden im Kampf gegen Staus haben es mit Strafen und Spitzenzuschlägen, wechselnden Kennzeichen je nach Tag und einem besseren Nahverkehr versucht. Der Stanford-Professor Balaji Prabhakar plädierte für etwas Billigeres und Sanfteres: eine relativ kleine Zahl von Fahrern mit relativ kleinen Geldbeträgen zu kleinen Verhaltensänderungen zu bewegen.
Das im April 2012 an der Stanford University gestartete Programm belohnt Fahrer, die außerhalb der Spitzenzeiten von 8–9 Uhr und 17–18 Uhr auf dem Campus ankommen oder ihn verlassen. Jede kooperative Fahrt bringt eine Gutschrift ein, die entweder für einen nominellen Betrag eingelöst oder in eine Verlosung um größere Preise eingebracht werden kann; die zufällig vergebenen Prämien reichen von 2 bis 50 US-Dollar, und Fahrer können so oft gewinnen, wie sie an der Verlosung teilnehmen.
Die Ökonomie lässt kleines Geld bedeutsam erscheinen: Parkausweise kosten 300 US-Dollar oder mehr, sodass eine jährliche Prämie von 50 US-Dollar „sich zu etwas Interessantem summiert“, wie Prabhakar es formulierte – die Prämie steht im Verhältnis zu einem Aufwand, der oft nichts weiter ist als 15 Minuten früher oder später loszufahren. Aus Sicht des Veranstalters ist die Hürde niedrig: Es müssen nur 10–15 % der Fahrer überzeugt werden, anders zu handeln, und das nur gelegentlich. Prabhakar hatte die Theorie bereits in Bangalore und Singapur in die Praxis umgesetzt.
Nicht alle fürs Umsteigen bezahlen; einige gewinnen lassen: Fahrten außerhalb der Stoßzeiten bringen Verlosungslose für 2–50 US-Dollar ein – kleines Geld, das gemessen an Parkausweisen von 300 US-Dollar groß wirkt.
Es ersetzt den Stock (Spitzenpreise) durch Lotterie-Karotten und vermeidet so den politischen Widerstand, den Staugebühren hervorrufen.
Zufallsprämien liefern Lotteriepsychologie zu geringen Kosten – die erwartete Auszahlung ist klein, der Nervenkitzel nicht.
Die Prämie wird an den Pendelkosten gemessen, nicht am absoluten Wert, sodass 50 US-Dollar gemessen an einem Parkausweis von 300 US-Dollar bedeutsam erscheinen.
Freiwillige Teilnahme und die Bitte um nur 15 Minuten halten die Befolgungskosten nahe null, weshalb ein Zehntel der Fahrer ausreicht.
Staus werden von einer Minderheit marginaler Fahrten verursacht: Kleine Zufallsprämien können diese Minderheit billiger bewegen, als alle zu belasten.
Das Programm ging im April 2012 in Stanford an den Start, nach erfolgreichen Versionen in Bangalore und Singapur. Die Quelle berichtet keine Verkehrszahlen nach dem Start.
DEN BELEGEN FOLGEN
Die Quellen
- Combating Congestion With Cash And Games Fast Company · fastcompany.com ·