BBC News berichtete 2015 über das Werk von Ford in Valencia, Spanien, das für 2,6 Mrd. US-Dollar mit 900 Robotern neu errichtet wurde. Vor dem Lackieren durchlaufen die Karosserien riesige Walzen aus Tausenden von Straußenfedern. Fords leitender Lackingenieur Dirk Hoelzer sagt, das System solle verhindern, dass statische Elektrizität Partikel haften lässt, und die Beschaffenheit der Federn mache sie ideal dafür, winzige Partikel aufzunehmen und festzuhalten. Besucher der Lackiererei passieren zudem eine Luftdusche, die lose Fasern von ihrer Kleidung bläst.
Ein Teil des Staubs gelangt dennoch hindurch, deshalb entwickelten Techniker gemeinsam mit der örtlichen Universität ein Kamerasystem, das mit bloßem Auge kaum sichtbare Unregelmäßigkeiten findet. Nach dem Lackieren vergleichen mehrere Kameras die Oberfläche mit Idealstandards und blenden farbcodierte Stellen von Fehlern auf Bildschirmen ein; eine rote Warnung schickt das Auto zur Nacharbeit von Hand. Der Computer analysiert 3.150 Bilder in 15 Sekunden, damit die Linie weiterläuft.
Lackiererei-Leiter Jose Asencio sagt, die Beschäftigten hätten früher 70 % ihrer Zeit mit der Sichtprüfung von Autos und 30 % mit Reparaturen verbracht; heute verwendeten sie 10 % auf das Scannen und 90 % auf das Ausbessern von Mängeln. Ford führte außerdem ein Lackierverfahren namens „3-Wet“ ein, und laut Asencio sind die Lackierzeit und die CO2-Emissionen jeweils um 20 % gesunken.
Walzen mit Straußenfedern ziehen Staub von den Karosserien ab, anschließend finden Kameras die verbleibenden Fehlstellen, sodass die Menschen nur noch diese ausbessern müssen.
Staub, der in den nassen Lack gelangt, ist teuer zu beheben; ihn vor dem Lackieren zu entfernen ist daher billiger, als ihn danach zu finden.
Straußenfedern eignen sich gut dazu, Staub aufzunehmen, ohne die statische Aufladung aufzubauen, die Partikel haften lässt.
Computer können Tausende Bilder in Sekunden prüfen, was Menschen an einer laufenden Linie nicht können.
Wenn menschliche Arbeitszeit von der Prüfung auf die Reparatur verlagert wird, steigt die Ausbringung, ohne dass Personal hinzukommt.
Verbinde einen einfachen technischen Kniff zur Vermeidung von Mängeln mit automatisierter Erkennung, die Fachkräfte für die Reparaturarbeit freistellt.
Laut BBC beschäftigt das Werk 8.000 Menschen, 1.000 mehr als 18 Monate zuvor, und sollte in jenem Jahr 400.000 Fahrzeuge bauen, 40 % mehr als 2014, bei einer Kapazität von 450.000. Ein zitierter IHS-Analyst sagte, das Werk sei sehr effizient, aber sein Bautempo sei nichts Außergewöhnliches. Die Zahlen stammen von Ford-Managern während eines Pressebesuchs.
DEN BELEGEN FOLGEN
Die Quellen
- Why is Ford's hi-tech factory using ostrich feathers? BBC News · bbc.com ·