Hirsche, die auf Bahngleise wandern, sind ein altes Problem mit zwei unbefriedigenden Lösungen: an Zügen montierte Pfeifen, die unzuverlässig sind, und hohe Zäune, die teuer sind. Der Zugbetreiber LNER und Network Rail testeten einen anderen Ansatz auf einer Meile Gleis zwischen Peterborough und Grantham: ein automatisiertes Hirschabschreckungssystem namens Adds, das auf Sensoren und KI basiert.
Das System nutzt Ton- und Bildsensoren, um zu erkennen, wann sich ein Hirsch den Gleisen nähert. Wird einer entdeckt, ertönen verschiedene akustische und visuelle Alarme, die das Tier von der Strecke weglenken sollen; eine KI-Kamera überwacht anschließend seine Bewegung, bis es in sichere Entfernung geleitet wurde – so wird jede Abschreckung überprüft und nicht nur angenommen.
Die Zahlen sprachen für sich: LNER zufolge hielt Adds seit Beginn der Tests im Mai 2023 durchschnittlich 50 Hirsche pro Woche von den Gleisen fern, und während in dem Testgebiet in diesem Zeitraum etwa acht Kollisionen von Zügen mit Hirschen zu erwarten gewesen wären, wurde nur eine gemeldet. Das System soll auf weiteren Abschnitten der East Coast Main Line zwischen London King's Cross und Edinburgh mit hohen Raten von Hirsch-Eindringungen ausgerollt werden.
Pauschale Abschreckungsmittel durch einen geschlossenen Regelkreis ersetzen: den Hirsch erfassen, ihn mit wechselnden Alarmen abschrecken und eine KI-Kamera auf ihn halten, bis er sich in sicherer Entfernung befindet.
Beide bisherigen Optionen scheitern auf entgegengesetzte Weise – Pfeifen funktionieren nicht zuverlässig, Zäune funktionieren, sind aber zu teuer, um sie entlang einer langen Strecke zu betreiben –, was Raum für einen Sensoransatz ließ.
Wechselnde Alarme sind wichtig: Ein einzelner fester Ton würde ausgeblendet, während eine Mischung aus akustischen und visuellen Reizen dem Tier etwas bietet, wovon es sich wegbewegen kann.
Die KI-Kamera schließt den Regelkreis: Statt anzunehmen, dass ein Alarm gewirkt hat, beobachtet das System den Hirsch, bis er tatsächlich in sicherer Entfernung ist.
Der Nutzen schlägt sich auf beiden Seiten nieder: LNER-Mitarbeiter Danny Gonzalez sagte, es „könne Zeit, Stress und, am wichtigsten, Hirsche sparen“, und Streckeningenieurin Jo Priestly brachte es mit weniger Verspätungen in Verbindung.
Wenn eine grobe Lösung entweder unzuverlässig oder zu teuer ist, schließen Sie den Regelkreis: Erkennen Sie das konkrete Tier, schrecken Sie es individuell ab und überprüfen Sie das Ergebnis mit einer Kamera, statt auf passive Hardware zu setzen.
LNER bezeichnete den Test als Erfolg und erklärte, das System werde auf weiteren Abschnitten der East Coast Main Line mit hohen Eindringungsraten ausgerollt, die sich zwischen London King's Cross und Edinburgh erstreckt.
DEN BELEGEN FOLGEN
Die Quellen
- AI used to deter deer from railway tracks over festive period BBC News · bbc.com ·