Ars Technica berichtete im Dezember 2020, dass Let's Encrypt zu einer eigenständigen Zertifizierungsstelle überging. Für einen schnellen Start hatte es eine Cross-Signatur der etablierten CA IdenTrust genutzt und 2016 zudem einen eigenen Root, ISRG Root X1, ausgestellt. IdenTrusts DST Root X3 sollte im September 2021 ablaufen, sodass die Cross-Signatur erlöschen würde.
Let's Encrypt wurde in Version 7.1.1 (Dezember 2016) in Androids CA-Speicher aufgenommen, und 33,8 % der aktiven Android-Nutzer verwendeten ältere Versionen, was Ars auf etwa 845 Millionen Menschen mit einem im Jahr 2016 eingefrorenen Root-Speicher bezifferte. Ein abgelaufenes Zertifikat hätte Apps und Browser beschädigt, die Androids Systemspeicher nutzen.
Let's Encrypt kündigte an, dass IdenTrust zugestimmt hatte, eine dreijährige Cross-Signatur von ISRG Root X1 durch DST Root CA X3 auszustellen, die über das eigene Ablaufdatum dieses Roots hinausreicht. Das funktioniert, weil Android absichtlich keine Ablaufdaten bei Vertrauensankern durchsetzt, die Root-Speicher als Schlüssel statt als vollständige Zertifikate führen. ISRG und IdenTrust konsultierten Prüfer und Root-Programme, und Abonnenten sollten beide Zertifikatsketten erhalten.
IdenTrust sollte eine Cross-Signatur ausstellen, die den eigenen Root überdauert, da Android niemals die Ablaufdaten von Vertrauensankern prüft.
Alte Android-Telefone können nicht zentral aktualisiert werden, sodass ein neuer Root sie nicht erreichen konnte.
Androids Root-Speicher behandelt Vertrauensanker als Schlüssel und ignoriert deren notAfter-Feld.
Eine Cross-Signatur wird gegen den Schlüssel des Ankers validiert, sodass sie das Zertifikat des Ankers überdauern kann.
Die Rücksprache mit Prüfern und Root-Programmen bestätigte, dass der Plan keine Compliance-Bedenken aufwarf.
Man sollte nachlesen, wie der strengst wirkende Client tatsächlich validiert; eine Regel, die er nie durchsetzt, kann der Ausweg sein.
Die neue Cross-Signatur sollte Anfang 2024 ablaufen; bis dahin hoffte Let's Encrypt, dass Android-Versionen von 2016 und früher verschwunden sein würden. Zum Zeitpunkt des Artikels hatte Android 4.2 einen Marktanteil von 0,8 %. Ars berichtete über den Plan als angekündigt; über das Ergebnis im September 2021 berichtete Ars nicht.
DEN BELEGEN FOLGEN
Die Quellen
- Let's Encrypt comes up with workaround for abandonware Android devices Ars Technica · arstechnica.com ·