Laut dem Bericht von Ars Technica vom April 2026 zeigte Googles Project Zero, dass es möglich war, über das Internet Remote-Code-Execution auf Pixel-Telefonmodems zu erreichen. Es wurden mehr als zwei Dutzend Schwachstellen in den Exynos-Modems gefunden, 18 davon als schwerwiegend eingestuft. Modem-Firmware ist über Jahrzehnte gewachsener Legacy-C- und C++-Code, zig Megabyte groß und teilweise als Geschäftsgeheimnis behandelt, sodass eine Neuschreibung nicht realistisch war.

Google konzentrierte sich stattdessen auf den DNS-Parser, da Mobilfunkfunktionen heute auf DNS angewiesen sind und das Parsen nicht vertrauenswürdiger Daten ein erhebliches Risiko darstellt. Man entschied sich für die Open-Source-Rust-Bibliothek hickory-proto, die nicht besonders optimiert, aber weit verbreitet ist. Speicherbereinigte sichere Sprachen wurden ausgeschlossen, weil sie für Echtzeit-Modem-Firmware zu langsam sind; Rust erhält Speichersicherheit stattdessen durch Prüfungen zur Kompilierzeit.

Da das Pixel-Modem nicht speicherbeschränkt ist, entfernte das Team die Standardbibliotheks-Abhängigkeiten der Bibliothek, kompilierte sie zu Maschinencode und pflanzte sie in den bestehenden Code ein. Die Rust-Komponenten fügten 371 KB hinzu.

Schreibe nicht zig Megabyte Modem-Code neu; ersetze nur das Stück, das nicht vertrauenswürdige DNS-Daten parst, durch speichersicheres Rust.

Rust erzwingt Speichersicherheit zur Kompilierzeit ohne langsamen Garbage Collector, sodass die Echtzeitleistung erhalten bleibt.

Das DNS-Parsen verarbeitet nicht vertrauenswürdige Daten aus dem Netz und ist daher ein hochwertiges, eng begrenztes Ziel.

Das Pixel-Modem hat den Speicherspielraum für eine 371-KB-Ergänzung.

Die vollständige Firmware neu zu schreiben war angesichts ihrer Größe und der damit verbundenen Geschäftsgeheimnisse nicht praktikabel.

Man kann die Sicherheit in Altsystemen erhöhen, indem man die eng begrenzte Komponente austauscht, die mit feindlichen Eingaben in Berührung kommt, statt alles neu zu schreiben.

Pixel-10-Telefone sind die ersten, die mit dieser Modem-Implementierung ausgeliefert werden. Google hofft, dass andere Plattformen folgen werden, obwohl die Größe der Bibliothek für einfachere eingebettete Systeme ein Problem darstellen könnte, was eine modularere Bibliothek beheben könnte. Google sieht die Arbeit als Grundlage dafür, dem Baseband weitere speichersichere Komponenten hinzuzufügen. Der Bericht nennt keinen gemessenen Rückgang der Schwachstellen.

DEN BELEGEN FOLGEN

Die Quellen

  1. Google shoehorned Rust into Pixel 10 modem to make legacy code safer Ars Technica · arstechnica.com ·