WIRED berichtete im September 2015 über ein Google-Papier, das gemeinsam mit sechs Universitäten verfasst wurde und die bestehende Forschung zur Cyberkriminalität auswertete. Darin wurde argumentiert, dass technische Sicherheit allein der kriminellen Ökonomie nicht zusetzt; Unternehmen sollten die Lieferkette betrachten und ihre schwachen, kostensensiblen Punkte angreifen. Der Google-Forscher Kurt Thomas sagte, technisch unlösbar erscheinende Probleme würden lösbar, wenn man sie wirtschaftlich betrachte.
Eine Methode bestand darin, den Schwarzmarkt als Spiegel zu nutzen. Google verfolgt den Preis von botgesteuerten Google-Konten, die für YouTube- und Chrome-Web-Store-Spam, gefälschte Bewertungen schädlicher Android-Apps und Phishing-Seiten auf Google Drive verkauft werden. Thomas nannte die Märkte ein Orakel dafür, wie gut die Verteidigung funktioniert: Steigende Preise bedeuten, dass etwas wirkt, ein Rückgang bedeutet ein Problem. Ende 2013 fiel der Preis von etwa 170 US-Dollar pro tausend Konten auf 60 US-Dollar. Die Analyse der Registrierungen zeigte, dass fast ein Viertel der Bot-Konten VoIP-Telefonnummern nutzte, einen billigen Weg um Googles Prüfung auf ein Konto pro Telefon herum.
Google blockierte häufig missbrauchte VoIP-Dienste, zwang die Kriminellen zurück zu SIM-Karten, und der Preis der Konten stieg um 30 bis 40 %. Die Forscher empfahlen außerdem, Infrastruktur jenseits des eigenen Produkts anzugreifen, wobei Zahlungsabwickler das vielversprechendste Ziel seien, und mit Akademikern zusammenzuarbeiten, die die Märkte ohne Markenrisiko untersuchen können.
Behandle den Schwarzmarktpreis für missbrauchte Google-Konten als ein live gemessenes Maß dafür, wie gut die Verteidigung funktioniert.
Der Preis eines missbrauchten Kontos ist eine Zahl, die Google beobachten kann, ohne Zugang zu den Systemen der Kriminellen zu benötigen.
Ein plötzlicher Preisverfall weist auf genau die Lücke hin, die die Konten billig gemacht hat.
Das Schließen einer billigen Lücke erhöht die Kosten der Kriminellen und senkt ihre Gewinnmargen.
Die Kosten der Angreifer sind ein besserer Maßstab als das Zählen geschlossener Schwachstellen.
Miss die Verteidigung am Aufwand des Angreifers und drücke dann auf den billigsten Schritt in seiner Lieferkette.
Google erklärte, die VoIP-Sperre habe den Preis für Bot-Konten um 30 bis 40 % erhöht. Der Artikel berichtet über kein weitergehendes Ergebnis. Die Forscher nannten Grenzen: Einzelne Kriminelle sind schwer zu fassen, Verhaftete werden schnell ersetzt, und die Beschlagnahme von Botnetz-Domains kann Kollateralschäden verursachen.
DEN BELEGEN FOLGEN
Die Quellen
- Google's Three Tips for Sabotaging the Cybercrime Economy WIRED · wired.com ·